Wohin schaust du eigentlich?
Ich hatte früher ein Motorrad, eine Kawasaki ZZR600, die hatte ich mir gekauft weil ich aufgehört hatte zu rauchen, sozusagen als Belohnung und Motivationshilfe. Da ich damals aber schon lange kein Motorrad mehr gefahren bin, meldete ich mich zu einem Fahrsicherheitstraining an und kaufte mir ein Buch… Es hieß „Die obere Hälfte des Motorrads“ von Bernt Spiegel. Dieses Buch kann ich übrigens allen Bikern nur wärmstens ans Herz legen, und nein ich bekomme keine Vergütung für diesen Tipp.
Ich will hier natürlich nicht auf sämtliche Inhalte des Buches eingehen, aber ein Rat aus diesem Buch hat mich seitdem nicht mehr losgelassen.
„Wenn du als Motorradfahrer ein Hindernis vor dir wahrnimmst, richte niemals deinen Blick darauf, sondern schaue immer dahin wo du hinwillst. Du riskierst sonst, dass du automatisch in das Hindernis fährst.“
Damals ahnte ich noch nicht, dass dieser einfache Rat weit über das Motorradfahren hinausging.
Immer wieder erkannte ich, dass genau das die klügere Strategie ist um auch im Leben voran zu kommen. Ich verschwendete oft unnötig Kraft, wenn ich Dinge bekämpfte. Den Blick und meine Energie aber dahin zu lenken wo ich hin will, war am Ende immer wesentlich effektiver und vor allen Dingen motivierender. Ich malte mir gern Bilder im Kopf aus, wie mein Ziel aussehen könnte. Das gab mir Motivation.
Ein anderer spannender Satz der mich seit Jahren begleitet:
„Alles worauf du deine Aufmerksamkeit richtest wächst.“
Ob das immer stimmt weiß ich nicht, aber ich habe oft erlebt, dass genau darin ein verdammt wahrer Kern steckt. Aufmerksamkeit verstärkt unsere Wahrnehmung. Wenn du dich zum Beispiel ständig auf Probleme konzentrierst, findet dein Gehirn weitere Probleme und wir entfernen uns von der Lösung.
Wer zum Beispiel denkt: „Alle Kollegen sind gegen mich.“ wird vor allem Situationen wahrnehmen die genau das bestätigen. Gegenbeispiele blendet unser Gehirn oft aus.
Ich habe früher eine Zeit lang als Handelsvertreter für Vorwerk Staubsauger gearbeitet. Eine spannende Zeit in der ich viel gelernt habe, damals wurden die Geräte ja noch direkt an der Haustür verkauft. Irgendwann hatte ich mal eine ziemliche Durststrecke, es lief schlecht für mich und das seit Wochen schon. Ich machte mir Gedanken ob ich finanziell über die Runden komme. Es war grade Weihnachtszeit und es war kalt. So stand ich eines Tages in meinem Gebiet, schaute etwas traurig auf die schicken Eingangstüren der Häuser und dachte: „Hier brauchst du sicher auch nicht klingeln, es ist Weihnachten. Wer will jetzt schon einen Staubsauger kaufen? Es ist die Zeit der Geschenke und einen Staubsauger als Weihnachtsgeschenk? Das hat so ein „Gschmäckle“.
Tja, genau so lief es auch, mir wurde reihenweise die Tür vor der Nase zugeknallt. „Wir kaufen nichts!“
Ihr erkennt das Muster wieder, die selbsterfüllende Prophezeiung. Wer sollte jemanden etwas abkaufen der unbewusst signalisiert, bitte kauft mir mal was ab, ich brauche dringend Umsatz. Die Frage sollte eher lauten, wie schaffe ich es, dass ich Käufer gewinne… Oder was kann ich tun um überzeugender aufzutreten.
Unsere Aufmerksamkeit verändert natürlich nicht immer die Welt. Aber sie verändert die Welt, die wir wahrnehmen – und genau das beeinflusst unser Handeln und damit das Ergebnis.
Mein Gruppenleiter nahm mich dann am selben Tag noch „an die Hand“ und wir gingen eine Weile gemeinsam. Wir verkauften gleich beim nächsten Kunden. Die ruhige und sympathische Art wie er das machte begeisterte mich so sehr, dass ich hochmotiviert, noch am selben Tag und ganz allein sogar noch weitere 2 Geräte verkauft habe.. So kann’s gehen..
Worauf richtest du deinen Blick gerade – auf das Problem oder auf dein Ziel?
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